Eine neue Espressomaschine wird ausgepackt, der Wassertank befüllt – und beim Einschalten passiert etwas Beunruhigendes: Die Pumpe läuft laut an, aber kein Wasser kommt aus der Brühgruppe. Der Tank füllt sich nicht. Der Espressobezug fördert nichts.
Die naheliegende Vermutung ist ein Defekt. In der überwiegenden Zahl der Fälle ist die Maschine jedoch vollkommen in Ordnung.
Das Airlock-Phänomen
Das Problem heißt Airlock (Luftpfropfen). Die Kupfer- und Silikonleitungen einer neuen Maschine sind von der Fabrik bis zur Anlieferung vollständig trocken – es befand sich keine Flüssigkeit im System. In diesen trockenen Leitungen sitzen Luftblasen, die zur Barriere werden.
Vibrationspumpen (ULKA-Pumpen, wie sie in vielen Heimmaschinen verbaut sind) sind sehr gut darin, unter Druck Wasser zu fördern – aber schlecht darin, aus einem vollständig trockenen, luftgefüllten System selbstständig Wasser anzusaugen. Die Luftblase blockiert den Wassereinzug, die Pumpe arbeitet gegen nichts an.
2. Fülle eine Einwegspritze oder eine Pute (Fleischspritze aus der Küche) mit Wasser.
3. Setze die Spritzenspitze luftdicht auf das offene Ende des Schlauchs auf.
4. Schalte die Maschine ein (Pumpe startet).
5. Drücke gleichzeitig das Wasser aus der Spritze in den Schlauch – direkt gegen den Pumpenwiderstand.
6. Die Pumpe „fasst" das Wasser: Das Geräusch ändert sich schlagartig von einem harten, trockenen Rattern zu einem gedämpften, gleichmäßigen Summen. Der Boiler beginnt sich zu füllen.
Die Maschine ist unverletzt – das Airlock war das einzige Problem.
