Du drückst nach dem WDT und dem Tampen den Startknopf. Die Pumpe läuft an – klingt aber gedämpft und angespannt. Auf der Waage tut sich sekundenlang nichts. Dann kommen zähe, dunkle Tropfen, einer nach dem anderen. Die Extraktionszeit kratzt an 45 oder gar 55 Sekunden. Das Ergebnis schmeckt adstringierend bitter.
Das nennt sich in der Specialty-Szene Choking – der Puck blockiert den Wasserfluss so stark, dass die Pumpe fast keine Flüssigkeit durchbringt.
Ursache 1: Der Mahlgrad ist zu fein
In rund 90 % der Fälle liegt die Ursache am Mahlgrad. Das Pulver ist so fein gemahlen, dass es im Siebkorb eine nahezu undurchdringliche Wand bildet.
- Erkennungszeichen: Das Mehl sieht nach dem Mahlen aus wie feines Backmehl oder Talkum – kaum grobkörnige Struktur erkennbar.
- Der Fix: Drehe den Mahlgrad schrittweise gröber. Mache nach jeder Änderung einen Purge-Shot (2–3g durch die Mühle laufen lassen), bevor du den nächsten Espresso extrahierst. Ziel: ca. 25–30 Sekunden Extraktionszeit bei deiner gewünschten Brew Ratio.
Überprüfe die Dosis: Ein 18g-Siebkorb sollte maximal 18–18,5g halten. Nutze den Coin Trick: Ein 5-Cent-Stück auf den getampten Puck legen, Siebträger einspannen, wieder herausnehmen – hat sich die Münze in das Pulver eingeprägt, ist die Dosis zu hoch.
