Was ist Timer.Coffee?
Timer.Coffee — im Store vollständig „Timer.Coffee – Kaffeerezepte & Brühtagebuch" — ist ein Open-Source-Projekt des Entwicklers Anton Karliner. Die App läuft auf iOS und Android, zusätzlich gibt es sie als Web-App für den Browser. Das ist praktischer, als es klingt: Du kannst Timer.Coffee ausprobieren, ohne etwas zu installieren, und am Laptop genauso brühen wie am Handy.
Das Preismodell ist erfreulich unkompliziert: komplett kostenlos. Wer mag, unterstützt das Projekt mit einer freiwilligen Spende per In-App-Kauf — mehr Monetarisierung gibt es nicht. Der Quellcode ist offen, und das Projekt wird sehr aktiv weiterentwickelt; die jüngsten Updates stammen vom Juni 2026. Deutsch gehört zu den insgesamt 22 unterstützten Sprachen.
Inhaltlich ist Timer.Coffee vor allem eine große, geführte Rezept-Sammlung: 27 Brühmethoden mit Schritt-für-Schritt-Rezepten und Timer, über 40 Expertenrezepte, dazu Kaffeerechner, automatisches Brühtagebuch, Bohnen-Tracking mit KI-Etikettenerkennung, Live Activities und Rezept-Sharing.
Was macht Timer.Coffee gut?
Eine beeindruckend breite Rezept-Bibliothek
27 Brühmethoden decken deutlich mehr ab, als die meisten von uns je zu Hause brühen werden. Für jede Methode gibt es geführte Rezepte mit konkreten Parametern — Dosis, Wassermenge, Güsse, Zeiten — und die über 40 Expertenrezepte liefern erprobte Startpunkte statt grober Faustregeln. Timer starten, mitbrühen, fertig.
Kostenlos, offen, überall nutzbar
Timer.Coffee kostet nichts und finanziert sich allein über freiwillige Spenden. Dass der Quellcode offen liegt, schafft Vertrauen: Jeder kann nachvollziehen, was die App tut. Und die Browser-Version senkt die Einstiegshürde auf null — du brauchst nicht einmal ein Smartphone.
Tagebuch und Bohnen laufen nebenbei mit
Jede geführte Brühung landet automatisch im Brühtagebuch. Beim Bohnen-Tracking hilft eine KI-Etikettenerkennung: Packung fotografieren, Daten übernehmen. Und wenn dir ein Rezept gelingt, teilst du es direkt aus der App mit anderen.
Wo Brühmeister stärker ist
Der Lern-Loop nach der Brühung
Timer.Coffee begleitet dich bis zur fertigen Tasse und dokumentiert sie. Bei Brühmeister geht es danach erst richtig los: Du bewertest in unter 10 Sekunden — Sterne plus Geschmacks-Slider von sauer bis bitter — und der Fehler-Coach schlägt dir genau eine Stellschraube für den nächsten Versuch vor, etwa „Mahlgrad 2,4 → 2,1", samt Erklärung, warum. Schmeckt der Espresso sauer, lernst du dabei nicht nur, was zu tun ist, sondern auch weshalb.
Frische-Ampel statt reiner Bohnenliste
Beide Apps verwalten Bohnen. Brühmeister beantwortet zusätzlich die Frage, wann du sie brühen solltest: Aus dem Röstdatum berechnet die App die Resting-Phase (standardmäßig 7 Tage) und getrennte Frischefenster für Espresso (35 Tage) und Filter (21 Tage). Die Frische-Ampel zeigt auf einen Blick, welche Bohne als Nächstes aufgebraucht werden sollte — inklusive Restbestand. Timer.Coffee konzentriert sich beim Bohnen-Tracking auf das Erfassen und Dokumentieren.
Espresso einstellen mit System
Für Espresso bietet Brühmeister einen Dial-In-Assistenten: eine geführte Session, in der du pro Shot genau eine Variable änderst — meist den Mahlgrad —, bis der Bezug sitzt. Der Mahlgrad-Verlauf pro Mühle hält zusätzlich fest, welche Einstellung bei welcher Bohne funktioniert hat, auch Wochen später noch nachvollziehbar.
Brühmeister als Timer.Coffee-Alternative
Wer nach einer Timer.Coffee-Alternative sucht — gelegentlich auch ohne Punkt als „Timer Coffee" —, will meist nicht noch mehr Rezepte, sondern besseren eigenen Kaffee. Genau dort setzt Brühmeister an: durchgehend deutschsprachig von der Oberfläche bis zu den Coach-Erklärungen, geführt statt nur dokumentierend, mit einem Lern-Loop aus schneller Bewertung, Fehler-Coach und Statistiken. Und weil die App direkt mit kaffeewissen.net verzahnt ist, steht hinter jedem Coach-Tipp ein ausführlicher Artikel, der das Warum erklärt.
Brühmeister gibt es fürs iPhone im App Store; die Android-Beta ist offen — auf der Beta-Seite kannst du dich anmelden. Die App ist kostenlos, läuft offline und braucht kein Konto. Da auch Timer.Coffee nichts kostet, verlierst du beim Parallel-Testen: genau nichts.
Rezept-Bibliothek oder dein eigenes bestes Rezept?
Der Kernunterschied steckt in einer einfachen Frage: Wessen Rezept brühst du? Timer.Coffee führt dich durch fremde Rezepte — von Experten entwickelt, sauber dokumentiert, sofort startklar. Als Startpunkt ist das hervorragend. Aber jedes Rezept wurde auf ein bestimmtes Setup kalibriert: auf die Bohne des Autors, seine Mühle, sein Wasser. Deine Bohne ist anders geröstet, deine Mühle mahlt anders — und schon die Wasserhärte verändert die Extraktion messbar.
Brühmeister behandelt fremde Rezepte deshalb als Ausgangspunkt, nicht als Ziel. Die App speichert pro Bohne dein bestes Rezept — mit allen Parametern, deiner Bewertung und Notizen — und richtet ihre Tipps an deinem Setup aus: Im Equipment-Profil sind Maschine und Mühlen hinterlegt, der Mahlgrad-Verlauf pro Mühle zeigt, was wann funktioniert hat. Ob du ein V60-Rezept Guss für Guss verfeinerst oder dein Espresso-Rezept von Grund auf entwickelst — nach ein paar Iterationen brühst du nicht mehr das Rezept eines anderen, sondern deins.
Am Ende schließen sich beide Ansätze nicht aus: Ein Expertenrezept ist ein guter erster Aufschlag. Was daraus wird, entscheidet sich an deiner Mühle.