Was ist CoffeeFolio?
CoffeeFolio — im App Store als „CoffeeFolio - Deine Rezepte" gelistet — ist ein sympathisches Indie-Projekt aus Deutschland: Tim Wiersdoerfer aus Köln entwickelt die App im Alleingang und pflegt sie aktiv. Der Fokus ist angenehm klar umrissen: Espresso-Shots sauber dokumentieren, Rezepte pro Kaffee anlegen und in der Historie nachvollziehen, wie nah der letzte Bezug am Soll-Rezept war.
Die App läuft auf dem iPhone (ab iOS 17), auf Macs mit Apple Silicon und auf Apple Vision — Android oder eine Web-Version gibt es nicht (Stand Juli 2026). Das Preismodell ist Freemium: Core-Logging und Timer sind kostenlos, die Pro-Stufe kostet 1,99 € im Monat, 9,99 € im Jahr oder einmalig 29,99 € (Stand Juli 2026) und schaltet unbegrenzte Kaffees und Rezepte, iCloud-Sync mit Backup und die Acaia-Anbindung frei. Werbefrei ist die App in beiden Stufen, deutsch lokalisiert ebenfalls.
Auffällig positiv: Der Entwickler reagiert auf Feedback und liefert gewünschte Funktionen nach — in der deutschen Kaffee-Community wird genau das immer wieder lobend erwähnt.
Was macht CoffeeFolio gut?
Shot-Dokumentation mit Soll/Ist-Vergleich
Zu jedem Espresso hältst du Bohne, Mahlgrad, Extraktionszeit, Ausbeute und eine Bewertung fest. Rezepte speicherst du pro Kaffee mit In/Out, Ratio und Temperatur — die Historie zeigt dir anschließend, wie weit dein Shot vom Soll abwich. Wer systematisch arbeitet und gern mit Daten umgeht, bekommt hier ein sauberes, fokussiertes Werkzeug.
Bluetooth-Waagen mit Live-Gewicht
CoffeeFolio koppelt Waagen von Acaia und BOOKOO und zeigt das Gewicht live in der App an. Ausbeute und Bezugszeit musst du nicht mehr von Hand übertragen — beim Dial-In ein echter Komfortgewinn. Die Acaia-Anbindung gehört zur Pro-Stufe.
Durchdachte Kaffee-Bibliothek
Röster, Herkunft, Röst- und Öffnungsdatum, Tags: Die Bohnenverwaltung ist ordentlich aufgebaut und schnell gepflegt. Dazu kommt ein Brew-Timer, der neben Espresso auch Pour-Over abdeckt.
Wo Brühmeister stärker ist
Vom Datenpunkt zum konkreten Tipp. CoffeeFolio zeigt dir, dass dein Shot zu schnell lief — die Schlüsse ziehst du selbst. Brühmeisters Fehler-Coach fragt nach der Brühung, was nicht gepasst hat (zu sauer, zu bitter, zu dünn), und schlägt genau eine Stellschraube vor, etwa „Mahlgrad 2,4 → 2,1" — mit Warum-Erklärung und passendem Guide, zum Beispiel wenn dein Espresso sauer schmeckt.
Frische-Ampel statt Datumsfelder. Beide Apps erfassen Röst- und Öffnungsdatum. Brühmeister macht daraus etwas Handfestes: eine Resting-Phase von standardmäßig 7 Tagen und getrennte Frischefenster für Espresso (35 Tage) und Filter (21 Tage) — samt Hinweis, welche Bohne du als Nächstes aufbrauchen solltest.
Sechs Methoden, Schritt für Schritt. CoffeeFolios Timer deckt Espresso und Pour-Over ab. Brühmeister führt dich mit editierbaren Schritt-Timern durch sechs Methoden — Espresso mit optionaler Pre-Infusion, dazu V60, Chemex, AeroPress, French Press und Cold Brew mit Bloom, Güssen und Ziehzeiten. Wie so ein geführter Ablauf aussieht, zeigt unser V60-Rezept.
Beide Plattformen, komplett kostenlos. CoffeeFolio bleibt der Apple-Welt vorbehalten. Brühmeister gibt es fürs iPhone im App Store und für Android als offene Beta — kostenlos ohne Pro-Stufe, offline nutzbar und ohne Konto.
Brühmeister als CoffeeFolio-Alternative
Wer nach einer CoffeeFolio-Alternative sucht — oft auch „Coffeefolio" geschrieben — hat meist einen von drei Gründen: Android statt iPhone, Filterkaffee gleichberechtigt neben Espresso oder der Wunsch nach Anleitung statt reiner Dokumentation. In allen drei Fällen passt Brühmeister: gleiche Grundlagen mit Bohnen-Regal, Rezepten und schnellem Logging, dazu Coach, Frische-Ampel und die Wissensbasis von kaffeewissen.net direkt in der App.
Genauso ehrlich: Wenn du tief im Apple-Ökosystem steckst, fast nur Espresso trackst und deine Waage live einbinden willst, bleibt CoffeeFolio eine richtig gute Wahl. Brühmeister ersetzt kein Live-Waagen-Protokoll — es setzt eine Ebene früher an: beim Verstehen und Besserwerden.
Brühmeister ist fürs iPhone im App Store erhältlich. Die Android-Beta ist offen — auf der Beta-Seite kannst du dich anmelden und die App vorab testen.
Bluetooth-Waage oder geführter Workflow?
Der vielleicht ehrlichste Unterschied zwischen beiden Apps: CoffeeFolio wird besser, je mehr Hardware du mitbringst. Mit gekoppelter Acaia oder BOOKOO landen In- und Out-Gewicht automatisch im Protokoll — präziser lässt sich ein Shot kaum dokumentieren. Falls du überlegst, in so eine Waage zu investieren, zeigt dir unser Überblick über Waagen für Baristas, worauf es ankommt.
Brühmeister dreht die Logik um: Du sollst besser werden, ohne zusätzliche Hardware zu kaufen. Der Dial-In-Assistent führt dich durch eine Espresso-Session und ändert pro Shot genau eine Variable — so findest du dein Rezept systematisch, mit jeder einfachen Waage. Der Coach erklärt, warum eine Änderung wirkt, und die verzahnten Guides zeigen dir, wie du ein Espresso-Rezept entwickelst, statt nur Werte zu sammeln.
Beides schließt sich nicht aus: Die Bluetooth-Waage liefert präzise Zahlen, der geführte Workflow das Verständnis dahinter — nur brauchst du dafür bei Brühmeister keine Zusatz-Hardware.